Lüneburger Senioren in Greiz

Bereits vor 114 Jahren gab es zwischen den Gemeinden Lüneburg und Greiz Verbindungen. Das Besinnen darauf und bestehende persönliche Kontakte ließen bei den Senioren den Wunsch heranreifen, sich zu besuchen.

Im Jahre 1897 war der Priester und spätere Bischof Peter Jacob Popp als Vorsteher von Lüneburg nach Greiz entsandt worden. Die über 60-jährigen persönlichen Verbindungen des ehemaligen Lüneburger Vorstehers, Evangelist i.R. Horst Hardekopf und seine „Werbung“ für die Gemeinde Greiz sowie für die reizvolle vogtländische Landschaft veranlassten die Lüneburger Senioren zu einem Besuch in Greiz.

Bereits im Jahr 2009 hatten die Greizer die Gemeinde in der Lüneburger Heide besucht. Schon da war der Wunsch zum Gegenbesuch entstanden. Anfang September reiste eine Seniorengruppe aus Lüneburg ins Vogtland. Ihnen schlossen sich einige Senioren aus den Bezirken Stade und Soltau unter Leitung des Priesters i.R. Rudolf Weseloh an.

Die Tagestour ins Thüringer Land, begleitet vom Reiseleiter Bezirksältester i.R. Werner Götze, führte zunächst zur Tropfsteinhöhle "Feengrotten" in Saalfeld und dann zum Hohenwarte-Stausee. Dort wurde eine Bootsfahrt unternommen. Die Rundfahrt führte weiter über die Leuchtenburg bei Kahla, durch Jena und zürück ins Quartier.

Priester Dieter Schneider - langjähriger und bewährter Seniorenreiseleiter - zeigte der Seniorengruppe unter anderem die weltgrößte Ziegelsteinbrücke, die Göltzschtalbrücke. Der dortige Fesselballon ermöglicht aus luftiger Höhe einen herrlichen Blick auf dieses faszinierende Bauwerk und das Vogtland. Mit dem Bus ging es weiter bis zur Vogtland-Arena in Klingenthal, die z.Z. modernste Schanzenanlage, die ganzjährig als Trainings-Großschanze genutzt wird.

Am Sonntag war nach dem gemeinsamen Gottesdienstbesuch in Greiz eine Begegnung der beiden Seniorengruppen vorgesehen. Als weiterer Gast wurde der Vorsteher der drei nordwest-russischen Gemeinden um Vologda, Evangelist Yuri Kvashin, herzlich begrüßt. Er weilte ebenfalls zu einem Besuch in Greiz. Der Greizer Gemeindevorsteher, Evangelist Dirk Mörchel, sorgte nach dem Gottesdienst mit weiteren fleißigen Helfern für das leibliche Wohl. Zum Mittagsimbiss gab es natürlich Thüringer Rostbratwürste. Sie müssen den nordischen Geschwistern geschmeckt haben, denn es blieb fast nichts übrig. Vor dem Essen erlernten die Lüneburger die vogtländische Nationalhymne „Dr Vugelbeerbaam“. Danach erklangen im Kirchengarten das „Lüneburger Lied“ und das „Heidelied“.

Am Nachmittag nutzten die Gäste die Möglichkeit, den Greizer Park, einen Landschaftspark englischer Prägung, kennen zu lernen. In zwei Gruppen führten Priester Dieter Schneider und der Vorsteher i.R., Hirte Gunter Schneider, durch den Park. Der Weg ging am Sommerpalais vorbei, einem wegen der Genehmigung der damaligen Apostolischen Gemeinde im Fürstentum Reuß geschichtsträchtigen Gebäude. Bei hochsommerlichen Temperaturen genossen die Wanderer die Einkehr zu einem Eis-Kaffee in der „Parkgaststätte“ oder im „Küchenhaus im Park“.

Die Herzlichkeit, der Gedankenaustausch und das gemeinschaftliche Erleben haben allen wohl getan. Zum Abschied erklang das Lied „Gott mit euch, bis wir uns wiedersehn“.

Text: G.S. / Fotos: G.S.; W.H.