Ökumenisches Straßenfest 2015

Einmal jährlich gestalten viele christliche Gemeinden der Stadt Greiz das Ökumenische Straßenfest. Unter dem Motto: „Sehen und gesehen werden“ setzten die Christen ein Zeichen mitten im Stadtzentrum.

Was sehen wir, wie sieht uns Gott? Wie werden wir Christen von den Mitmenschen gesehen, sehen wir das Leid und die Not des Nächsten? Können wir uns mit unserem Verhalten sehen lassen? Auf diese und viele weitere Fragen konnte man sowohl im ökumenischen Gottesdienst als auch durch die vielen Mitmach- und Ausprobierangebote auf dem gesamten Kirchplatz Antworten finden. Mit Unterstützung des eingeladenen Diakonievereins und des Blindenverbandes, sowie großem Engagement einiger Gemeindemitglieder aus verschiedenen christlichen Gemeinden der Stadt, konnte dieser Sonntag gemeinsam gestaltet werden.

Auch Helfer aus der neuapostolischen Gemeinde waren aktiv dabei, z.B. im Vorbereitungsteam, bei den umfangreichen Aufbauarbeiten, der Standbetreuung, der Absicherung des Fahrdienstes für die Vertreter des Blindenverbandes, Bereitstellung von Spielmöglichkeiten für Kinder oder der musikalischen Umrahmung durch eine NAK- Instrumentalgruppe unter der Leitung von Priester Ulli Kirste.

Einer der Höhepunkte war das „Dunkelkaffee“. Herr Udo Röll – selbst seit 25 Jahren erblindet – und die zur NAK-Gemeinde gehörende Melanie Golle betreuten den ganzen Tag lang die Interessierten, die einmal die Situation eines Blinden nachempfinden wollten. Wertvolle Ratschläge begleiteten die Zeit in absoluter Finsternis. Die Reaktionen nach einem solchen Erleben waren überwältigend. Man sah die Hilfsbedürftigkeit danach mit "anderen Augen".

Auch Nichtchristen hatten sich auf dem Kirchplatz eingefunden. Beim gemeinsamen Mittagessen oder Kaffeetrinken fanden zahlreiche Gespräche statt. Am Nachmittag führte eine Kinder- und Musikgruppe unter Leitung des Stadtkantors Ralf Stiller das Musical „Himmel und Erde“ auf. Gottes Schöpfungstat stand dabei im Mittelpunkt. Wie sehen wir Gottes Allmacht und wie gehen wir damit um? Nachdenkliche Texte und Lieder regten die vielen Hundert Zuhörer an.

Schon beim Aufräumen am zeitigen Abend war einmütig die Meinung zu vernehmen: Nächstes Jahr wieder!

Text/Fotos: U.S.