Gemeindejubiläum 2016 – Erstes Festwochenende

Das erste Festwochenende zum 125-jährigen Gemeindejubiläum ist Geschichte. Ein Orgelkonzert besonderer Art am Samstag und der Festgottesdienst mit Apostel Rolf Wosnitzka am Sonntag waren die ersten Höhepunkte im Jubiläumsjahr.

Orgelkonzert

Nach der Begrüßung durch den Gemeindevorsteher, Evangelist Dirk Mörchel, kündigte der Organist Stefan Kothner aus der Gemeinde Schleiz zunächst an, die Jubiläumsgemeinde im Jahr ihres 125-jährigen Bestehens beschenken zu wollen. Er brachte Orgelwerke zeitgenössischer Komponisten mit und gab dennoch dem Konzert die Überschrift „Wohlklang garantiert“. Geht das? Ja, moderne, zeitgenössische Orgelmusik ist nicht nur schrill, laut und unverständlich.

Die verschiedenen Werke hatten Choralbezug zu sehr bekannten Kirchenliedern vergangener Jahrhunderte. So z.B. die „Sonata da chiesa über den Choral Nun danket alle Gott“ des niederländischen Kirchenmusikers Nico de Mes. Dem spritzigen Präludium folgten weitere Sätze. Interessant fanden die zahlreichen Zuhörer, dass der Organist zu den Werken und den Komponisten Wissenswertes vermittelte. Wer wusste schon, dass der Liedtext dieses ersten Orgelwerkes ursprünglich als Tischgebet gedichtet und erst viel später mehrfach vertont wurde.

Es folgten:

  1. „Concerto antico über den Choral Lobet den Herren alle, die ihn ehren“ im barocken Stil von Franz Lehrndorfer, geb. 1928.
  2. „Partita über den Choral Jesu, meine Freude“ von Margaretha Christina de Jong, geb. 1961.
  3. „Impressions-Suite für organ“ von Robert Jones, geb. 1945.
  4. „Präludium und Fuge op. 54 über das Kirchenlied Großer Gott, wir loben dich“ von Margaretha Christina de Jong, geb. 1961.

Die Musizierfreude und Klangfülle, aber auch zarte Flötentöne sowie mächtige Akkorde kennzeichneten das abwechslungsreiche Konzert. Mit lang anhaltendem Beifall forderten die Zuhörer eine Zugabe heraus. Es erklang das „Prelude in classic style“ von Gordon Young. Damit verabschiedete sich der Konzertorganist. Den Beweis, dass zeitgenössische Komponisten Orgel-Wohlklang garantieren können, hat Stefan Kothner mit seinen geschulten Fähigkeiten erbringen können.

Festgottesdienst

Am Sonntag stand der Festgottesdienst zum Auftakt des Jubiläums im Mittelpunkt. Apostel Wosnitzka richtete den Blick nicht nur auf die Geschichte der Gemeinde Greiz. Er betonte mehrfach, dass die heutige Zeit mehr betende Hände braucht als je zuvor. Freude über die Gemeindeentwicklung zieht Lob und Dank nach sich. Man kann auch deshalb loben und danken, weil zu allen Zeiten in der Gemeinde Trost gefunden wurde. Das macht eine Gemeinde aus. An dieser Stelle betonte der Apostel auch ganz aktuelles Erleben aus der Gemeinde, wo Trost erforderlich ist. Gott kommt immer zu uns und tröstet uns. Der Heilige Geist macht das möglich. Seine Nähe tröstet. Christus kann mitempfinden, weil er selbst viel Leid erlebt hat. Das Wort Gottes richtet den auf, der es annehmen will. Gott kennt jeden Seelenzustand und hat eine Lösung. Trost findet man zudem durch die Gewissheit: Es bleibt nicht so. Am Ende gibt es kein Geschrei, keine Tränen, kein Leid mehr. Ein Liedtext beschreibt dies: Durch die Leiden dieser Zeit führt der Weg zur Herrlichkeit. Der Trost liegt in der Gewissheit: Es gibt eine herrliche Zukunft.

Der Apostel sprach danach eine Aufgabe für die Gemeinde an, auch den Nächsten mit dem Trost zu trösten, den man selbst zuvor empfangen hat. Als letzten Kerngedanken benannte er noch Gottes Gnade als Quelle des Trostes. Im Blick auf das Heilige Abendmahl betonte er, dass Gott keine Verfehlungen anrechnet. Ist das nicht Gnade, die tröstet und aufrichtet?

In dem Gottesdienst wurde Priester Dieter Schneider nach 33 Jahren Amtstätigkeit altersbedingt in den Ruhestand versetzt. Der Apostel würdigte seinen Einsatz, insbesondere in der Seniorenbetreuung und der Organisation von fast 20 Seniorenreisen. Die Seelsorgeraufgaben haben manchen Verzicht der Familie abverlangt. Deshalb bedankte sich der Apostel auch bei seiner Frau und der ganzen Familie.

Außerdem empfing ein Kleinkind das Sakrament der Heiligen Versiegelung. Dies war die Krönung dieses Festwochenendes.

Text: U.S.; Fotos: J.P./U.S.