Miteinander verflochten

Nicht nur Körbe erhalten durch das Flechten Stabilität und Haltbarkeit. Sie sind auch schön anzusehen, wenn harmonisch passende Farben und Materialien Verwendung finden. Das ökumenische Straßenfest in Greiz zeigte dieses Farbenspiel und machte deutlich, dass Christen, trotz Verschiedenheit schön verflochten sein können.

Nicht nur der Tradition folgend fand auch im Jahr 2018 das Ökumenische Straßenfest statt, bei dem sich viele christliche Gemeinden der Stadt Greiz beteiligten. Vertreter der katholischen und evangelischen, der methodistischen, der apostolischen und der neuapostolischen Gemeinde sowie der Lebenszeichengemeinde gestalteten gemeinsam diesen „Tag der Einheit trotz Verschiedenartigkeit“. Bei vielen Angeboten rund um das Thema Flechten – vom Gottesdienst bis zum Fest auf dem Kirchplatz- konnte der Beweis angetreten werden, dass die Christen der Stadt miteinander gut verflochten sind. Alle Angebotes dieses Tages zeigten, dass es in der Glaubens- und Lehrpraxis der Konfessionen mehr Gemeinsames als Trennendes gibt.

Bereits im ökumenischen Gottesdienst wurde symbolhaft ein begonnener Korb von Vertretern verschiedener Gemeinden in bunter Vielfalt fertig geflochten, verbunden mit dem Lesen passender Bibelstellen. Die Lobpreismusik und ein gemeinsames Fürbittgebet rundeten diesen ersten Höhepunkt ab.

Nach dem Gottesdienst galt es, auf dem Kirchplatz den ökumenischen Gedanken bei herzhaften und süßen Speiseangeboten, aber auch bei Gesprächen und den zahlreichen Beschäftigungsangeboten für alle Altersgruppen zu leben. Besonders Mutige seilten sich an „geflochtenen“ Seilen vom Kirchturm ab.

In der voll besetzten Stadtkirche führten Kinder aus den evangelischen Kirchen das Kindermusical „Jona – Unterwegs im Auftrag des Herrn“ auf. Die einjährige Probenzeit und die aufwendigen Vorbereitungen haben sich in der beeindruckenden Aufführung gezeigt. Mit den Worten: „Wir Christen sind alle gemeinsam im Auftrag des Herrn unterwegs“, verabschiedete abschließend Kantor Ralf Stiller die Zuhörer zum Kaffeeimbiss mit Kaffeemusik. Und das Fest auf dem Kirchplatz ging weiter.

Die abschließende Andacht gestaltete sich zu einem, diesen Tag abrundenden Bild mitten in der Greizer Innenstadt. Dabei standen viele der Anwesenden Christen im Kreis, reichten sich die Hände und sangen gemeinsam. Was werden Nichtchristen beim Sonntagsspaziergang durch die Stadt wohl empfunden haben?