Gemeinsames Bekenntnis im öffentlichen Raum -
Das Ökumenische Straßenfest in Greiz

Jeweils am ersten Septembersonntag treffen sich die Christen der Stadt Greiz aus 12 verschiedenen christlichen Gemeinden. Sie feiern das Ökumenische Straßenfest gemeinsam, erleben den Open-Air-Gottesdienst im Schlossgarten und bleiben auf dem Kirchplatz inmitten des Stadtzentrums bis zum späten Nachmittag zusammen. Selbst das öffentlich-rechtliche Fernsehen berichtete von diesem Tag.

Nach umfänglichen Vorbereitungen durch Vertreter verschiedenener Greizer Religionsgemeinschaften startete am frühen Morgen die letzte Phase, der Aufbau im Schlossgarten für den Gottesdienst am Elsterufer und auf dem Kirchplatz. Schließlich war ein langer Sonntag geplant. Uwe Schneider (NAK) - ein Mitglied des multikonfessionellen ORGA-Teams - konnte rund 30 Aufbauhelfer (so viele wie noch nie!) begrüßen und die anstehenden Aufgaben verteilen. Geräusch- und Konflikt-los waren schnell alle Vorbereitungen erledigt.

Die Samba-Trommler und der Posaunenchor erinnerten - vom Schlossgarten aus - die Greizer Christen und Mitbürger daran, dass der vielfach angekündigte Open-Air-Gottesdienst beginnt. Im Mittelpunkt der Gottesdienstelemente (Musik, Predigt, Interaktion mit Kindern, Anspiel, Fürbitten) stand die Jahreslosung "Du bist ein Gott, der mich sieht". Moderierend führten für die über 250 Teilnehmer Superintendent Tobias Steinke (ev.-luth. Kirchenkreis Greiz) und Elke Heckmann (Apostolische Gemeinschaft) durch diesen Gottesdienst und setzten immer wieder Gedankenimpulse. Einige Kinder sahen mittels Spezialfernrohr von der Astromischen Gesellschaft in Greiz Dinge in der Ferne. Resümierend konnte festgestellt werden, dass Gott auch ohne solcher Hilfsmittel viel weiter und tiefer sehen kann. Jedes Schicksal, jedes Leid, jeden Unfrieden, jede Sorge usw. sieht er und kann helfen. Ein Anspiel zu dem biblischen Kontext der Jahreslosung machte die Geschichte um Hagar, Sara und Abraham in verständlicher Weise und unter der Leitung von Pfarrerin Maleen Strauß (evangelische Schulpfarrerin) deutlich. Den Predigtteil hatten Kaplan Thomas Wiesner (Katholische Kirche) und der Greizer Gemeindevorsteher, Berzirksevangelist Dirk Mörchel (Neuapostolische Kirche), übernommen. Schließlich endete der Gottesdienst mit den Fürbitten durch Vertreter von sechs christlichen Gemeinden und einer ökumenisch zelebrierten Segensspendung.

Währenddessen war auf dem festlich geschmückten Kirchplatz alles für die leibliche Stärkung vorbereitet und das unterhaltsame Treiben konnte beginnen. Das MDR-Fernsehen berichtete von diesem Tag im Thüringen Journal am Abend (ab Minute 7:52). Einige sozialorientierte Vereine aus der Stadt präsentierten sich, ein Bühnenprogramm sowie viel Zeit für Gespräche ließen den Nachmittag schnell vergehen. Dicht umlagert waren die Versorgungsstände. Im Pfarrgarten galt es beim Besteigen eines Getränkekistenturmes ein Blick von oben zu genießen. Zum Thema des Tages passend ermöglichte die Astronomische Gesellschaft e.V. einen Blick in die Sonne und zu Mikrometeoriten.

Neu bei diesem Straßenfest war die Präsentation des kürzlich gegründeten Vereins "Ökumene Greiz e.V."  Auf dessen Internetseite ist zudem ein Interview vom MDR Radio Thüringen aufgezeichnet. Dieser Verein ist mit seinen satzungsgemäßen Zielen einmalig in Thüringen und will ökumenische Aktivitäten, das religiöse Leben vor Ort, aber auch mildtätige Vorhaben und Engagements in breiter Vielfallt fördern.

Bei der Abschlussandacht konnte die Summe aus der eingesammelten Kollekte am Schluss des Gottesdienstes bekanntgegeben werden. Der Verein: "Nehemia-Freundeskreis e.V." wird für seine Arbeit zur Versorgung der Landbevölkerung in der Ukraine sowie für die Aktion "Kriegsbrot" zur Versorgung in den frontnahen Gebieten eine Spende in Höhe von 1.400,00 € erhalten. Der Verein betreibt in der Zentralukraine eine Bäckerei sowie Landwirtschaft.